Manuelle Lymphdrainage & komplexe physikalische Entstauungstherapie

Das Lymphsystem ist ein Drainagesystem, das Lymphe (u.a. Wasser, Fette, tote Zellen, Hyaluronsäure, Eiweiße) in den venösen Blutkreislauf transportiert. Es verläuft zwar parallel zu den Venen, stellt jedoch ein eigenes System dar. Während das Herz-Kreislauf-System einen „geschlossenen Kreislauf“ mit einer zentralen Pumpe (Herz) darstellt, ist das Lymphsystem ein sogenannter „Halbkreislauf“ ohne zentrale Pumpe, der mit Muskelkraft der Lymphgefäße arbeitet (Lymphangiomotorik). Es ist mit ca. 8-10 Schlägen in der Minute deutlich langsamer als das Herz-Kreislauf-System. Gemeinsam ist beiden Systemen, dass sie für den Abtransport von Stoffen zuständig sind. Zum Abtransport von lymphpflichtigen Stoffen, insbesondere größeren Molekülen wie Eiweißen, greift das lymphatische Transportsystem ein.

Sind zu viele Stoffe im Zwischenzellraum gelagert, z.B. durch geschädigtes Gewebe, kommt es zu einer Gewebsschwellung. Auch durch eine eingeschränkte Funktion des Lymphsystems kann es zu einer Ansammlung von Gewebsflüssigkeit kommen, dem Lymphödem.

Primäre Lymphödeme sind Folgen von Entwicklungsstörungen der Lymphgefäße oder der Lymphknoten. Das sekundäre Lymphödem entsteht durch Schädigung der Lymphgefäße oder der Lymphknoten, z.B. durch entzündliche Vorgänge, durch Verletzung, Operation oder Bestrahlung.

Die Manuelle Lymphdrainage (ML) ist eine sanfte Methode, um den Rückfluss der lymphpflichtigen Last anzuregen. Allerdings ist sie nur ein Bestandteil der aus vier Säulen bestehenden Komplexen physikalischen Entstauungstherapie: Manuelle Lymphdrainage, Hautpflege, Kompression (mittels Bandagen oder medizinischen Kompressionsstrümpfen), Entstauungsgymnastik und ggf. weiterführende physiotherapeutische Maßnahmen.

Durch die manuelle Lymphdrainage und die Komplexe physikalische Entstauungstherapie kommt es zu einer Steigerung der Lymphangiomotorik (Anregung der „Lymphpumpe“), zur Verbesserung der Lymphbildung, zur Verschiebung von Lymphe und Gewebsflüssigkeit, zur Erhöhung des Lymphzeitvolumens, Verbesserung der Nachwirkung von betroffenen Gefäßen, sowie zur Lockerung von verhärtetem Bindegewebe.

Sie wird angewendet bei verschiedenen vorliegenden Ödemen (Lymphödem, Lipödem, Phlebo-lymphostatisches Ödem) sowie posttraumatischen und postoperativen Ödemen.

Eine Therapie kann nicht stattfinden bei akuten Entzündungen unter Beteiligung von pathogenen Keimen (Bakterien, Pilze, Viren), einem kardialen (das Herz betreffenden) Ödem sowie akuten Beinvenenerkrankungen oder -entzündungen. Liegt eine Krebserkrankung vor, kann nur nach Absprache mit dem Arzt behandelt werden.

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